Pecherhütte
Sie gehört wohl nicht zu den Geräten des Pechers, war aber für die Ausübung seiner Tätigkeit von großer Wichtigkeit. Nach alter Gepflogenheit wurde die Pecherhütte mitten im Wald errichtet, und sollte bei Gewittern als  Schutz und Zuflucht  dienen. Das Baumaterial für die Hütte  lieferte natürlich der Wald. Es wurden 4 stärkere Pflöcke in die Erde gerammt, die Seitenwände wurden meist aus Rundholz und später aus ungesäumten Brettern (Schwartlingen) hergestellt. Darüber kam ein  Dach aus Reisig, später dann  ebenfalls aus Brettern mit Dachpappe bedeckt. Die “Inneneinrichtung” war sehr bescheiden. Gehobelte Bretter entlang der Wände dienten als Bänke, ganz selten war auch ein einfacher Tisch aufgestellt. Einige Nägel in den Wänden verwendete man einfach als Kleiderhacken. Auch Werkzeug und Reservehäferln wurden in der Hütte aufbewahrt. Die Leiter blieb ausserhalb aufgehängt. Jeder Pecher wußte natürlich, wo der Berufskollege seine Hütte hatte, so dass er bei Schlechtwettereinbruch die nächstgelegene Hütte aufsuchen  konnte. Essen und Getränke wurden meist zusammen mit dem Werkzeug auf der ”Pecherkraxe” gleich in den Wald mitgenommen. Wenn der Arbeitsplatz nicht allzu weit  von zu Hause entfernt war, dann brachte die Gattin  das Mittagessen in den Wald und beide aßen gemeinsam. Um beim Heimweg die leere Kraxe zu nützen, hat man sie einfach mit Brennholz beladen. Diese Hütte ist eine der letzten noch erhaltenen, behandeln Sie sie bitte dementsprechend.