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Falkensteiner Codex
Schloss Hernstein
Theophil Hansen
Die Herrschaft Hernstein (ebenso auch Starhemberg) geht zurück auf altbayrische   Geschlechter, die nach der Schlacht auf dem Lechfeld (955) hier gleichsam als   Besatzung zurückblieben. Die Burg wurde von einem gewissen Patto (ca. 1050) erbaut oder von seinem Sohn   Herrand. Jedenfalls wurde sie nach diesem benannt ("Herrandistein"). Ca.1125 widmete Reginold von Herrandistein - er gehörte dem oberbayrischen Haus derer von Falkenstein an - dem Kloster Göttweig einige Hörige. Anfang 12.Jh. - Gründung der Pfarre durch die Falkensteiner Ca.1170 erscheint Hernstein im Falkensteiner Codex, jedenfalls als fertig ausgestattete Pfarre.   1245 Übertragung des Eigentumsrechtes an das Bistum Freising (durch Graf Chuno) - von Amtsleuten verwaltet.     Im 14. Jh. entstanden von Hernstein aus Vikariate in Pernitz und Wopfing. Auch Teile   von Oberpiesting und Dreistetten wurden Hernstein zugeteilt.   Bis 1272 herrschten die Falkensteiner. Der Falkensteiner Chuno starb 1260. Es blieb nur ein Neffe (Siboto VI.). Mit ihm starb 1272 die Familie aus. Von 1272 - 1380 herrschten die Pottendorfer. Über diese Zeit fehlen die Nachrichten. Man weiß nur: Eine Nichte des Grafen Chuno (Euphemia von Pottendorf) riss die Herrschaft an sich, sie setzte sich und ihre Leute ein. Freising besetzte die Pfarre mit Mag.Ulrich (Domherr von Passau und erster Kanzler König Ottokars). Euphemia setzte ihm den Priester Friedrich entgegen (einen Verwandten, vielleicht ihren Sohn) und vertrieb auch die Burggrafen. Sogar der Landesfürst, König Ottokar II., wurde eingeschaltet. Seine Intervention blieb ziemlich erfolglos.   Hernstein war eine Kommendativpfarre, d.h. eine Pfründe ohne Amtsverpflichtung. Der Inhaber einer solchen Pfründe wurde durch einen Vikar vertreten. 1380 verkauften die Pottendorfer an den Landesfürsten Herzog Albrecht III. (1365-95). Die Herrschaft wurde Pflegern, Pächtern bzw. Burggrafen überlassen. Die Vergabe der Pfarre blieb dem Herzog vorbehalten. 1404 kam Pfarrer Kolman Ladendorfer. Er war hier ansässig und brachte viel neuen Schwung. 1446 unter Pfarrer Himmel wurde die Pfarre durch König Friedrich IV. dem Stift Neuberg einverleibt, das 1480 auch die Herrschaft pachtweise übernahm. Am 15.10.1447 führte der Kooperator Lucas Weitzer den Abt Johann von Neuberg in Hernstein ein. Seit Kaiser Maximilian (1459 - 1519) war Hernstein nur ein Nebengut von Starhemberg - von Amtsleuten bewirtschaftet; zuweilen Sitz für die Frauen der   Starhemberger. Um 1515 wurde Hernstein mit Starhemberg unter einem Verwalter zusammengeschlossen. Somit wurden die Starhemberger neue Besitzer.   1561 ging der Besitz an Hans Freiherrn von Heußenstein (endgültig 1577)   1726 Teilung der Einheit Starhemberg-Hernstein 1729 kam die Pfarre zum Wiener Erzbistum (bisher Passau) 1727 - 1730 ließ Graf Karl Joseph Hernstein ausbauen; der Meierhof wurde zum "Hofhaus" (neuen Schloss) und er konnte hier residieren.   1759 verlegte dann Graf Sigmund Ernst (der Sohn und Nachfolger von Graf Karl Joseph) den Herrensitz von Starhemberg nach Hernstein.   1786 Aufhebung des Stiftes Neuberg. Die Pfarre kam an den Religionsfond   Bis 1799 blieb die Herrschaft im Besitz derer von Heußenstein. In diesem Jahr erwarb   sie der Niederländer Staatsrat Freiherr Heinrich Müller. (Er schrieb sich von "Hörnstein"). Seine Nachkommen verkauften dann am 10.02.1831 weiter an S.kaiserl.Hoheit Erzherzog Rainer.   1806 bekam die Stadtgemeinde Wiener Neustadt das Präsentationsrecht   1853 übernahm Erzherzog Leopold Ludwig, der Sohn Rainers, den Besitz. Aus dem Hofhaus" sollte nun ein Jagdschloss werden, jedoch unter Beibehaltung des Bestehenden. Theophil Hansen wurde mit dem Bau beauftragt. 1898 starb Erzherzog Leopold. Es folgten Erzherzog Rainer und Erzherzogin Marie (bis 1915), Erzherzog Leopold und Erzherzogin Blanca (bis 1931) 1931 erbten und verwalteten die Erzherzöge Anton, Josef und Carlos den Besitz.   1943 Kauf durch die 1.österr.Sparkassa   1963 übernahm die Wiener Kammer der gewerblichen Wirtschaft und eröffnete am 17.05.1966 ein Institut für Unternehmensführung.        
Chronik